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Mittwoch, 19. April 2017

Wilhelma in Stuttgart: Haie

Wilde Wochenenden: 
Thementag zur Rolle der Haie
Ohne Haie stirbt das Meer:
Ausstellung, Vorträge, Vorleseaktionen



Foto: Sharkproject / Gstoettner

Sie stehen in der Nahrungskette ganz oben und gehören trotzdem zu den Gejagten: Die Folgen des Haisterbens sind für das Meer als größtes Ökosystem der Erde verheerend. Über Ursachen und Folgen berichtet die Organisation „Sharkproject“ in der Reihe der Wilden Wochenenden in der Wilhelma in Stuttgart bei einem Thementag am Sonntag, 23. April, von 11 Uhr bis 17 Uhr. Die anschauliche und kindgerechte Ausstellung mit spannenden Exponaten läuft bis 15 Uhr.

Dann folgen zwei Multimedia-Vorträge zu den faszinierenden Tieren. Um 15 Uhr geht es um „Die aufregende Welt der Haie – Auf der Suche nach den Hai-Kinderstuben auf den Fidschi-Inseln“. Und um 16 Uhr heißt es: „Gestatten … Hai, mein Name ist Charcharodon charcharias! Warum Haie von Aussterben bedroht sind und warum wir das unbedingt verhindern müssen“. Zudem werden „für Kinder von 3 bis 99 Jahren“ um 11.30 und 13.00 Uhr Geschichten vorgelesen über Michael, dem kleinen Weißen Hai, und seinem Freund Fridolin.

Mit hunderten Zähnen und einem riesigen Maul wirken Haie furchteinflößend. Sie ernähren sich von Rochen, Fischen sowie kleineren Hai-Arten und reduzieren so die Fressfeinde von Muscheln und Kleinstlebewesen. Diese wiederum haben eine wichtige Funktion, weil sie das Meer reinigen und die Wasserqualität im Gleichgewicht halten. Leider werden jedes Jahr unzählige Haie getötet. Ob sie sich – als für Fischer unnützer – Beifang in einem Schleppnetz verfangen oder ihre Flossen in Suppen enden, ist dabei unerheblich: Die Folgen für die Umwelt bleiben dieselben.

Doch wer schützt schon etwas, vor dem er sich fürchtet? Nur, wenn den Menschen bewusst wird, wie wichtig die unterschätzten Kreaturen für das Ökosystem Meer und letztlich auch für uns sind, kann es gelingen, diese drastische Entwicklung aufzuhalten. Die Experten von „Sharkproject Germany e.V.“, einer internationalen Initiative mit Sitz in Offenbach, klären in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere über die Thematik auf. Sie bringen spannende Exponate mit und beantworten Fragen der Besucher.

Es gibt dabei Nachbildungen von großen Weißen Haien zu bestaunen, Haihaut zum Anfassen, Haigebisse und die besonders geformten Hai-Eier zu sehen.

Die Teilnahme an diesem Thementag ist wie immer im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten. Kleine Spenden für den Artenschutz sind willkommen.

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Mittwoch, 30. März 2016

Tiergärten in Stuttgart: neue Ausstellung im MUSE-O

MUSE-O:  
Warum der Teddy aus Stuttgart kommt
Neue Ausstellung ab dem 28. März

So idyllisch ging es einst an der Cannstatter Straße beim heutigen 
 Neckartor zu: links das königliche Retraite-Schlösschen, 
rechts der damals noch offen fließende Nesenbach 
Foto: Stadtarchiv Stuttgart, B 6336

Wer Stuttgarter Zoo sagt, denkt auch Wilhelma. Heutzutage gehören diese beiden Begriffe untrennbar zusammen. In der Vergangenheit war das anders, je nach Zeitpunkt hätte man zum Beispiel an Affenwerner, Nills Tiergarten oder Doggenburg gedacht. 

„Die Tiergärten in Stuttgart“ sind das Thema der neuen Ausstellung im MUSE-O, die sich auf das Buch „Vom Affenwerner bis zur Wilhelma“ des Stuttgarter Autors Jörg Kurz bezieht – und ein reicher Quell für viele kuriose Geschichten.

Die Wilhelma ist der jüngste unter den Tiergärten, die im Blickpunkt stehen. Ursprünglich ein Schlosspark, dann botanischer Garten, wurde sie erst in den 1950er-Jahren „durch die Tricksereien des ersten Direktors“ zum Zoo, erzählt Ulrich Gohl, der aus dem erwähnten Buch die Ausstellung gemacht hat. Albert Schöchle war offenbar ein Tiernarr, immer wieder organisierte er im botanischen Garten Tierschauen – und immer blieben die Tiere danach da. Die Anordnung der Landesbehörden, sie zu entfernen, ignorierte der Direktor oder umging sie elegant. So ersetzte er nach einer Aufforderung, die Zahl der Tiere nicht zu erhöhen, einfach Fische durch Löwen.

Der erste der Stuttgarter Tiergärten war die Königliche Menagerie, im Bereich der heutigen Schwabengarage an der Ecke Cannstatter-/Heilmannstraße. Bis zum Stöckach erstreckte sich die Fläche, auf der mehr als 200 Tiere gehalten wurden. Trotzdem bestand der Zoo nur vier Jahre lang von 1812 bis 1816. Dann war es der damals hungernden Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln, dass man in diesen schwierigen Zeiten wilde Tiere durchfütterte, zudem starb der Zoogründer König Friedrich I. 

Unter den Zootieren, die teils weitergegeben, teils getötet wurden, waren auch seltene Quaggas – eine Tierart, die heute ausgestorben ist. Ein ausgestopftes Exemplar aus der Königlichen Menagerie findet sich noch im Naturalienkabinett des Museums am Löwentor in Stuttgart.

Ab 1840 konnten die Stuttgarter dann im „Affenwerner“, einer mit Tiergehegen erweiterten Gastwirtschaft, Löwen, Bären oder exotische Vögel bestaunen. Der Eigentümer führte Dressuren vor, ging auch mal mit einem wilden Tier spazieren und war überhaupt „eine exzentrische Figur“, wie Gohl sagt. Nach seinem Tod ging es mit dem Tiergarten im Hinterhof zu Ende.

Einen Teil der „Konkursmasse“ übernahm Nills Tiergarten am Herdweg, der zwischen 1871 und 1906 ein beliebtes Ausflugsziel war.
 

Eine Ansichtskarte von Nills Tiergärten mit Condor und Bisons. Sammlung: Kurz

Zeichner und Maler kamen, um die Tiere zu skizzieren, darunter der bekannte Tiermaler Friedrich Specht, der sein Atelier auf der Gänsheide hatte. Oder auch der junge Kunststudent Richard Steiff aus Giengen. Seine Darstellung der hellbraunen „Bastardbären“, die aus der Paarung von Braun- und Eisbären entstanden, waren das Vorbild des Teddy-Bären. „Das ist relativ gut belegt“, berichtet Gohl. Die weltberühmte Tierbändigerin Claire Heliot war im Nill’schen Tiergarten ebenso zu sehen wie andere Berühmtheiten oder auch Völkerschauen, bei denen Menschen aus Übersee zur Schau gestellt wurden.

Nach der Schließung dieses Zoos zeigte ein kleinerer an der Doggenburg noch bis 1942 Tiere.

Einen Abstecher macht die Ausstellung zu Hermann Ploucquet, einem Präparator am königlichen Naturalienkabinett in Stuttgart. Er komponierte Szenen aus ausgestopften Tieren, die unter anderem im Kurtheater beim „Neuner“-Bad ausgestellt und ein echter Publikumsmagnet waren. Auch bei der Weltausstellung in London 1851 waren einige davon zu sehen. Sie wurden als „The Comical Creatures from Wurtemburg“ bekannt; 153 der Szenerien wurden später nach England verkauft, wo Ploucquet noch heute ein Begriff ist.

Diese und noch mehr Geschichten sind bei der Ausstellung nicht nur nachzulesen, sondern mit 18 Bild-Text-Tafeln illustriert. Auch dreidimensionale Objekte, zum Beispiel aus dem Nachlass von Claire Heliot, konnte der Autor Jörg Kurz beschaffen. Und rund 50 alte Grafiken und alte Postkarten, mit Passepartouts und Rahmen wertig präsentiert, sind für Ulrich Gohl die eigentlichen Perlen der Schau.
 Literatur: 
Jörg Kurz: Vom Affenwerner bis zur Wilhelma. Stuttgarts legendäre Tierschauen. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Dieter Jauch. 22,7 x 22,6 cm (LxB), 120 Seiten. 180 Abbildungen. Fester Einband. Belser Verlag.
Hier finden Sie eine ausführliche Besprechung dieses Buches.
Info: 
„Die Tiergärten in Stuttgart“ – eine Ausstellung von MUSE-O, vom 28. März bis 29. Mai.
Eröffnung am Ostermontag, 28. März 2016 um 15:00 Uhr
Geöffnet jeweils an Samstagen und Sonntagen von 14 bis 18 Uhr (mit weiterführenden Informationen).
MUSE-O, Gablenberger Hauptstraße 130, 70186 Stuttgart
Eintritt: 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.
www.muse-o.de

Montag, 29. Dezember 2014

Wilhelma: Gorillababy geboren

Freudige Weihnachtsüberraschung
in der Wilhelma:

Gorillababy geboren
 
Das neu geborene Gorillababy in der Wilhelma (Foto von Matthias Besant)
Eine Bescherung der besonderen Art gab es am Morgen des zweiten Weihnachtstages im neuen Menschenaffenhaus der Wilhelma: Gorillafrau Tuana brachte problemlos ihr erstes Kind zur Welt. Das insgesamt 33ste in der Wilhelma nachgezogene Gorillababy ist das erste Jungtier seiner Art, das im neuen Haus geboren wurde. Bei den Bonobos, hatte es noch im Jahr des Umzuges in die neue Anlage 2013 mehrfach Nachwuchs gegeben.
 

Gorillafrau Tuana kümmert sich liebevoll um ihr neugeborenes Baby (Foto von Hermann Vollmer)
Tuana ist die jüngste Frau im Harem von Silberrücken Kibo: Sie kam im Juni 2013 auf Empfehlung des Zucht-Koordinators aus dem Zoo Hannover nach Stuttgart. Ihre Eingliederung in die Gruppe war – was bei Gorillas durchaus üblich ist – von einigen „Machtdemonstrationen“ des Familien-Oberhauptes und Eifersüchteleien der anderen vier Gorilladamen begleitet. Tuana reagierte klug: Sie ordnete sich klaglos unter. Ihre Tierpfleger aus Hannover hatten mitgeteilt, dass sie den dortigen Silberrücken um den Finger zu wickeln wusste. So hat sie es offensichtlich auch mit Kibo gemacht, dem Vater ihres Neugeborenen. Während sie sich nach ihrer Ankunft in der Gorilla-Großfamilie der Wilhelma zunächst „hinten anstellen“ musste und einige Blessuren davontrug, kann sie jetzt, nach Geburt ihres ersten Kindes, mit dem besonderen Schutz des Clanchefs rechnen – und auch mit einem höheren Rang in der Gruppe.



Gorillafrau Tuana und ihr neu geborenes Gorillababy (Foto von Jürgen Grahn)

Das Geschlecht des Babys ist übrigens noch ein Geheimnis, denn seine Mutter hält es vorbildlich dicht am Körper. Allerdings gestattet sie den anderen Gruppenmitgliedern schon einen näheren Blick auf den Familienzuwachs. Besonders interessiert zeigt sich dabei die fünfjährige Mawenzi. Sie hatte auch als erste freundschaftliche Bande zu Tuana geknüpft. Mit fünf Jahren sind sie und ihr gleichaltriger Bruder Kimbali sowie die bald dreijährige Milele allerdings eigentlich zu alt, um geeignete Spielkameraden für den Neuzugang abzugeben. Für das neue Jahr wünscht man sich in der Wilhelma daher weiteren Gorilla-Nachwuchs – Platz genug ist im neuen Haus jedenfalls vorhanden!


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