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Freitag, 29. November 2019

Vinzenz Klink: Ein Bauch lustwandelt durch Wien - Buchbesprechung

Vinzenz Klink: 
Ein Bauch lustwandelt durch Wien




Der Stuttgarter Sternekoch Vincent Klein, vielen auch aus dem Fernsehen bekannt, liebt Wien und die Wiener. Gemeinsam mit seiner Frau hat er die österreichische Hauptstadt erkundet. Voller Leidenschaft schreibt er über die österreichische Küche, über Wiens Geschichte und Kultur – und über die vielen schönen Kaffeehäuser, Hotels und Restaurants.

Die Wiener reden langsamer, gehen langsamer und essen langsamer als die hektischen deutschen Piefkes. Was nichts anderes bedeutet als: Sie genießen. Deshalb fühlt sich Vincent Klink in Wien so wohl. Er schätzt das Verweilen in den Kaffeehäusern, könnte – wie Kaiser Franz Josef – jeden Tag Tafelspitz essen und dazu ein Ottakringer trinken. Er lustwandelt durch die Prachtstraßen, besucht die früheren Residenzen der Habsburger und übernachtet im Hotel Sacher.



Wien, immer eine Reise wert. Nicht nur für Sterneköche
Klink liebt also Wien. Das spürt man aus jedem seiner Worte. Damit auch andere Wien lieben lernen – und das geht oft nicht ohne etwas Nachhilfe, gibt er Verhaltenstipps für Wien-, ja überhaupt für Österreichbesucher. Wer selbst gerne reist, weiß, das ist oft bitter nötig. Der Ruf der deutschen Touristen ist nicht überall und immer der allerbeste. Klink weiß Anekdoten dazu, und scheut auch nicht vor starken Worten über so manches unerfreuliche Verhalten zurück. Er weiß aber auch zu loben. So zum Beispiel den Berufsstand der Kellner, der in Wien eine ganz besondere Stellung hat. Der dem Gast auf Augenhöhe begegnet. Dass es da manchmal knirscht ist klar, wenn man weiß, wie manch ein Gast im Bedienungspersonal eine Art persönliche Sklaven sieht. Es hat wohl jeder schon solche unsympatische Zeitgenossen erlebt. In Wien, in Österreich, aber auch in Deutschland.




Reise-, Koch-, Erinnerungsbuch – ein fast allumfassendes Buch
Das Buch ist vielseitig. Es ist ein Reisebuch, es ist ein Kochbuch, es ist ein Erinnerungsbuch eines berühmten Zeitgenossen. Es ist aber auch ein Buch, das Wissen vermittelt. So zum Beispiel über die Geschichte der Wiener Küche, die Habsburger – über die Klink nach eigenem Bekunden an die achtzig Bücher gelesen hat – Sisi, oder die Wiener Kaffeehauskultur. Klink führt sie zum Beispiel darauf zurück, dass die Häuser in Wien schlecht bis sehr schlecht heizbar waren und die Leute ihr Leben und Wohnzimmer somit ins Caféhaus verlegten, wo es im Winter warm war. Schon wieder was gelernt …

Dunkle Seiten der Geschichte, zum Beispiel aus dem Dritten Reich und die in Österreich selbst lange Zeit gerne geglaubte Mär, man wäre das erste Opfer von Hitlers Eroberungspolitik gewesen, sparte Klink auch nicht aus. Die Sache, dass Klink den Inhalt der achtzig Bücher über die Habsburger in seinem einzigen Buch zusammengefasst hat, was ihm selbst wohl etwas peinlich war, kommentierte ein Zuhörer von Klinks Vortrag mit den Worten „Eine gute Reduktion ist ein Meisterwerk“, und das wisse Klink aus seiner Küche ja sicher selbst.

Ist es also ein Buch über Wien? Ein Buch über die Wiener? Ein Buch über die Habsburger? Ein Geschichts- oder eher ein Geschichtenbuch? Ein Buch über das Leben und die Menschen, ein Kochbuch oder „was hat die Küche damit zu tun“, ein Buch auch über die Schwaben gar? Nun, „Ein Bauch lustwandelt durch Wien“ ist alles zusammen



Klink ist ein Optimist. Was die Genusswelt anbelangt hat sich manches zum positiven entwickelt. Das kann sicher jeder bestätigen, auch wenn es zum optimalen und wünschenswerten Zustand noch eine Weile dauern wird. Klinks Wunsch dazu: Dass möglichst viele Leute nach Wien fahren und dort das Leben lernen. Da hat er nicht unrecht, denn dass die Österreicher, was die Lebensqualität anbelangt, uns Deutschen etwas voraus sind, das weiß man. Dem Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen widmet Klink einige Worte, sowohl im Buch wie auch in seinem Vortrag.



Bei der Buchvorstellung in Klinks Restaurant Wielandshöhe weiß der Autor viel zu erzählen, hält lange Monologe, bringt die Zuhörer zum Nachdenken und zum Lachen, ist tiefsinnig und humorvoll. Und weiß sein Auditorium zu fesseln. Bei manch anderem hätte man bemerkt, dass der eine oder andere auf dem Handy spielt oder zumindest ab und zu mal draufschaut, gähnt, trinkt oder mit dem Nachbarn redet. Hier aber nichts davon. Man hing förmlich an Klinks Lippen. Er wusste aber auch viel und wusste vor allem spannend und interessant zu erzählen.

Koch, Autor, Musiker, Maler, Menschenfreund – Menschenskind, was denn noch?
Der Autor ist ein Multitalent. Nicht nur dass er seit vielen Jahren ein großes Restaurant mit Sterneküche und großem Personalbestand erfolgreich führt, er ist auch als Jazzmusiker aktiv. Zuerst auf der Basstrompete, dann auf der Querflöte, und jetzt versucht er, auf der Mundharmonika Toots Tielemans nachzueifern. Er übt zwar noch, wie er selbst sagt, aber so wie man ihn kennt, wird er auch dieses Instrument bald bestens beherrschen. Zudem malt er auch – einige seiner feinen, duftigen und farbenfrohen Aquarelle sind in dem Buch abgebildet. Nimmt der Tag für so einen Tausendsassa denn überhaupt kein Ende?



Dass er aber nicht nur der Koch- und anderen großen Künsten zugeneigt, sondern auch ein großer Menschenfreund ist, erfährt man im Gespräch mit ihm selbst. Wobei er schon seine eigenen Ansichten hat. Die aber sehr vernünftig und nachvollziehbar sind. Und so entstand das wie der Autor selbst liebenswerte und interessante Buch, schön aufgemacht wie es für einen feinfühligen und kunstfreudigen Menschen wie Vinzenz Klink angemessen ist: Ein Reise- und Kulturführer der besonderen Art mit vielen Anekdoten und ausgewählten Rezepten. Thema Wien. Und die Frage eines Anwesenden, ob er nach seinem Paris- und jetzt dem Wienbuch auch dem Schwabenland einen solchen Band widmen wird antwortete er nur etwas nebulös von Vorbereitungen. Gottseidank, keine direkte Absage. Man darf gespannt sein …




Abschließend soll nur noch erwähnt werden: Es sind natürlich auch Kochrezepte in dem Buch enthalten.

Zum Autor:
Vincent Klink, Jahrgang 1949, führt in Stuttgart das Sterne-Restaurant Wielandshöhe. Bekannt wurde er einem größeren Publikum durch die Fernsehsendungen »ARD Buffet« und »Kochkunst« (seit 1997). Er ist Autor zahlreicher Bestseller u.a. von Sitting Küchenbull (2009) und Ein Bauch spaziert durch Paris (2015).
www.wielandshoehe.de







Vinzenz Klink: Ein Bauch lustwandelt durch Wien. 384 Seiten, zahlreiche Fotos von Gerald von Foris und Aquarelle des Autors. Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Ullstein eBooks. ISBN-13 9783843722032. € 19,99 [D] € 19,99 [A]. Auch als eBook erhältlich.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.



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Samstag, 25. Oktober 2014

Buchbesprechung: Bildband Stuttgart, meine Stadt

Eberhard Rapp: Stuttgart, meine Stadt
 

 
Bildbände über große Städte gibt es ja meist zuhauf. Auch Stuttgart wird immer wieder porträtiert. Der jetzt von Eberhard Rapp und dem Südverlag vorgestellte Stuttgart-Band ragt jedoch aus der oft leider üblichen Massenware heraus.

Stuttgart wird meist unterschätzt. Nicht von den Einheimischen, die wissen was sie an ihrer Stadt haben. Aber von Fremden, die bei Großstadt eher an Berlin oder New York denken. Aber Stuttgart ist die Stadt der Gegensätze, der ungeahnten Möglichkeiten, des alt Bekannten und neu zu Entdeckenden. Man merkt es, der gebürtige Älbler Eberhard Rapp, heute Stuttgarter, liebt seine Stadt. Er nimmt uns mit auf eine visuelle Erlebnisreise, zeigt nie zuvor Gesehenes – oder auch eigentlich Altbekanntes. Aufgrund seiner persönlichen Sichtweise oder der ungewöhnlichen Perspektive werden es aber immer herrliche Bilder.

Blättert man den sensibel gestalteten und sorgfältig auf feinem Papier gedruckten und gebundenen Band durch ist man sich nicht sicher: Ist das jetzt die gerade so aktuelle Streetfotografie, ist es ein „gewöhnlicher“ Bildband, der die Sehenswürdigkeiten abdruckt oder was ist es. Meine Meinung: Es ist beides, es ist alles, es ist Foto- und Layoutkunst in Vollendung. Selbst einem Stuttgarter altbekannte Themen wurden ungewöhnlich aufgenommen, so dass die Neugierde beim Blättern wächst - was mag wohl auf der nächsten Seite kommen.

Klar ist, dass Stuttgart alles und vieles, dabei immer faszinierend ist. Die Stadt bietet ein Einerseits und zugleich ein Andererseits, Harmonien und Kontraste. Einfach anschauen und staunen!

Der Text stammt von Erik Raidt, der sich sensibel in die Stadt und ihre Abbildungen eingelebt hat und nichts Überkandideltes von sich gibt, sonder schlicht die Stadt beschreibt.

Zum Autor:
Eberhard Rapp, geboren 1953 in Münsingen, lebt in Stuttgart. Nach seinem Grafik-Design-Studium arbeitete er über 25 Jahre als Art Director in der Werbung, wo er u. a. die schwäbische Mundartkampagne für eine schwäbische Brauerei erfunden hat. Seit 2009 ist er als freier Autor, Texter, Lektor, Grafik- und Fotodesigner selbstständig. Er mag Bier, Whisky, Rum, Irland und Schottland und schon immer Stuttgart und die Region. Bei Literatur- und Mundartwettbewerben belegte er mehrfach vordere Plätze. 2013 erschien sein erster Bildband »Stäffele – Stuttgarts Wahrzeichen«.

Eberhard Rapp: Stuttgart, meine Stadt. Text von Erik Raidt. Gestaltung: Stefan Schmid. 24,8 x 30,4 cm, 192 Seiten. Hardcover, 200 farbige Fotos. Südverlag, Konstanz, 2014. ISBN 978-3-87800-056-3. 29,- €.

Dieter Buck

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Montag, 13. Oktober 2014

Buchbesprechung: Uwe Bogen, Manuel Kloker: Stuttgart Album Vol. 2 Eine Stadt schaut zurück

Uwe Bogen, Manuel Kloker:  
Stuttgart Album Vol. 2 
Eine Stadt schaut zurück
 


Das zweite »Best-of-Album« aus einer äußerst aktiven Internet-Gemeinschaft. Die Fans der zehntausendfach besuchten Facebook-Seite »Stuttgart-Album« drehen darin richtig auf: Sie haben Erinnerungen, Jubel- und Schmerzensschreie sowie zahllose Fotos aus vergangenen Jahrzehnten beigesteuert.

In einer Zeitreise heben die Leser ab zu einem Rundflug über Stuttgart, als dieser noch 15 D-Mark gekostet hat und der Eckensee noch rund war. »Volume 2« ist eine Liebeserklärung an die Zacke, ans Stuttgarter Ballett und ans Varieté, ist Rückschau auf fantastische Hip-Hop-Anfänge und auf verlorene Paradiese, ist Erinnerung an unvergessene Läden, an den Verkehrspolizisten, der auf einem Podest vor dem Bahnhof stand, und auf die »süßen Kapitel« des 20. Jahrhunderts.

Berühmte Marken wie Eszet, Waldbaur, Tobler und Ritter ließen die Autostadt einst auch zum Zentrum der Schoko-Produktion werden.

Bei etlichen historischen Fotos fragt man sich unweigerlich: Ist das wirklich Stuttgart? Nicht alles hat sich positiv entwickelt. Was ist in dieser Stadt der Denkmalschutz wert? Was ist schiefgelaufen? Auf was können wir stolz sein?

Das »Stuttgart-Album« erscheint mit großer Resonanz seit einem Jahr auch als wöchentliche Serie in den »Stuttgarter Nachrichten«.

Nimmt man das Buch zur Hand überrascht zuerst einmal der „softige“ wattierte Umschlag - so was hat man nicht erwartet. Danach folgen wimmelige Zitate mehr oder weniger berühmter Menschen über Stuttgart - als Fleißaufgabe ist es sicher interessant, sich die alle durchzulesen und vielleicht zu schauen, ob man irgendwo auch seinen eigenen Eindruck trifft… Was danach folgt ist Lesestoff pur, begleitet vom kongenialen Layout. Wer lange genug in der Stadt gelebt hat, der aalt sich in Erinnerungen. Frühe war alles besser - war es das? Oder vergoldet die Erinnerung und vor allem der zeitliche Abstand nicht nur die früheren Zeiten. Jedenfalls ist es ein amüsantes und für altgediente Stuttgarter ein höchst informatives und erinnerungsträchtiges Buch. Dieser wird es auch erst aus der Hand legen wenn er es verschlungen hat. Gut so, so muss ein Buch sein!

Autor und Designer:
Der gebürtige Stuttgarter Uwe Bogen, Jahrgang 1959, arbeitet als Redakteur bei den »Stuttgarter Nachrichten«. In Tübingen hat er Politik und Germanistik studiert. Für seine Arbeit wurde er mit dem Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung geehrt. Bisher hat er zehn Bücher verfasst, darunter drei Romane. Auf seiner Webseite www.uwe-bogen.de ist er als Blogger aktiv.

Der Designer Manuel Kloker, geboren im Schwarzwald, arbeitet selbstständig für mehrere Unternehmen im Raum Stuttgart. Nach seinem in Pforzheim abgeschlossenen Industrial Design Studium sorgte er mit seiner Diplomarbeit »Private Cloud«. – einem schaukelnden Bett. – in der internationalen Designszene für Aufsehen. 2011 gründete er zusammen mit Tobias Siewert das Modelabel »eineline«.

Uwe Bogen, Manuel Kloker: Stuttgart Album Vol. 2 Eine Stadt schaut zurück. 160 Seiten, 241 teilweise farbige Abbildungen, Format 25 x 28 cm, gebunden, wattiert. Silberburg Verlag, Tübingen. ISBN 978-3-8425-1334-1. 29,90 .


Hier können Sie das Buch kaufen: www.silberburg.de
 

Dieter Buck

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